Dienstag, 16. Juni 2020

Ottobock Industrials setzt Impulse mit dem ersten Exo Day 2020

David Duwe demonstriert das Exoskelett Paexo Back beim Exo Day 2020.

Über 900 TeilnehmerInnen bei der Online-Konferenz rund um industrielle Exoskelette

Wie können Exoskelette in der Logistikbranche sinnvoll eingesetzt werden? Welche Kriterien entscheiden über den Erfolg beim Einsatz von Exoskeletten? Wie unterscheiden sich passive und aktive Exoskelette? Welche Standards und Normen sind nötig, um die Exoskelett-Branche voranzutreiben?

Diese und weitere Fragen diskutierten internationale ExpertInnen am 14. Mai bei der von Ottobock initiierten Online-Konferenz, dem Exo Day 2020. Mehr als 900 TeilnehmerInnen verfolgten die Panel-Diskussionen, Impulsvorträge und Produktpräsentationen und informierten sich über den neuesten Stand der Technik und wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der industriellen Exoskelette. Ottobock Industrials hatte das neue virtuelle Veranstaltungsformat ins Leben gerufen, nachdem eine Reihe von Messen und Veranstaltungen aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht stattfinden konnten.

„Die positiven Wirkungen von Exoskeletten sind erwiesenermaßen vielfältig. Jetzt ist es an der Zeit, dass die noch junge Branche aus der Anlaufphase herauskommt und Exoskelette zum Hilfsmittel im Arbeitsalltag werden“, sagt Dr. Sönke Rössing, Leiter von Ottobock Industrials. „In enger Zusammenarbeit mit Arbeitswissenschaftlern, Ergonomen, Entwicklern sowie den Verantwortlichen in Industrie, Logistik und Handwerk möchten wir das Thema vorantreiben. Deshalb bieten wir mit dem Exo Day eine Plattform für den Austausch und teilen unsere Erfahrungen mit dem Einsatz von Exoskeletten in mehr als 500 Betrieben weltweit.“

Exoskelette in der Logistik

Eines der Highlights beim Exo Day war die Panel-Diskussion zum Einsatz von Exoskeletten in der Logistik. Die Herausforderungen für den Arbeitsschutz sind in dieser Branche besonders groß: Denn die körperliche Belastung der MitarbeiterInnen ist enorm, und technische und organisatorische Maßnahmen stoßen häufig an ihre Grenzen. Folgende Teilnehmer diskutierten die aktuelle Problematik und Lösungsansätze:

  • Prof. Lars Fritzsche, Technische Universität Dresden und Fachbereichsleiter Ergonomie bei der imk automotive GmbH, Chemnitz
  • Prof. Dr. med. Bernd Witte, COO der B.A.D. GmbH
  • Dr. Ulrich Glitsch, Institut für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)
  • Dr. Samuel Reimer, Ottobock Industrials

Die unterschiedlichen Perspektiven zeigt der Mitschnitt der Diskussion vom 14. Mai 2020.

Aktive und passive Exoskelette

Die zweite Panel-Diskussion am Nachmittag des Exo Days beschäftigte sich mit der Frage „Active vs. Passive Exoskeletons – Which solution fits best?“. Die internationalen TeilnehmerInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft sprachen über den Stand der Technik der unterschiedlichen Exoskelett-Modelle und wie sich dieser in Zukunft weiterentwickeln wird.

  • Marisol Barrero, CPE – Toyota Motor North America Safety Innovations Developer
  • Yonnel Giovanelli, Head of the Ergonomics Division SNCF
  • Prof. Dr. Carisa Harris-Adamson, University of California, Berkeley
  • Prof. Dr. Maury Nussbaum, Virginia Tech
  • William Billotte, PhD – Director of Global Exo Technology Programs ASTM
  • Dr. Samuel Reimer, Ottobock Industrials

Neben wissenschaftlichen Erkenntnisse, z.B. zur Standardisierung von Exoskeletten, ging es auch um praktische Erfahrungen aus der Automobil- und Bahnbranche. Unter anderem berichtet Marisol Barrero vom Einsatz bei Toyota Motor North America: „Bislang setzen wir auf rein passive Schulter-Exoskelette [für die Überkopfarbeit]. Wir haben 2016 mit Tests verschiedener Modelle begonnen [...] und im Jahr 2019 haben wir sie dann als erforderliche persönliche Schutzausrüstung ausgerollt.“ Die TeilnehmerInnen diskutierten außerdem, welche Forschungsschwerpunkte und Kriterien zur Etablierung von Exoskeletten im Arbeitsalltag beitragen.

„Einer der zentralen Erfolgsfaktoren ist der ‚human factor‘, also die Bedürfnisse der Nutzer in den Mittelpunkt zu stellen“, ergänzt Dr. Sönke Rössing. „Jeder Arbeitsplatz muss individuell betrachtet werden, die Anforderungen sind sehr unterschiedlich. Ein Exoskelett muss nicht nur wirken, also den Körper entlasten, sondern auch bequem und einfach anzuwenden sein.“

Ein Mitschnitt der Panel-Diskussion ist über diesen Link verfügbar.

Weiterführende Informationen:

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Gesa Liss

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