Dienstag, 28. September 2021

„Mobil nach Querschnitt“: Initiative für fachübergreifende Versorgung

Eine Anwenderin mit der C-Brace Orthese von Ottobock

Ottobock Symposium für innovative Lösungen

Weltweit geht die WHO von bis zu einer halbe Million neuer Querschnitt-PatientInnen pro Jahr aus. Oft sind Unfälle die Ursache. Aber auch andere Erkrankungen schränken in der Mobilität ein, so dass PatientInnen auf den Rollstuhl, Orthesen oder funktionale Elektrostimulation angewiesen sind.

In einer alternden Gesellschaft wird die Versorgung von Querschnitt-PatientInnen noch allgegenwärtiger. Diesen Wandel gilt es in eine holistische Versorgung zu übertragen. Ottobock hat deshalb den interdisziplinären Ansatz „Mobil nach Querschnitt” initiiert. Dazu veranstaltete das HealthTech-Unternehmen am 16. und 17.09.2021 ein Symposium mit OrthopädietechnikerInnen, ÄrztInnen sowie Physio-, Ergo- und SporttherapeutInnen. Gemeinsames Ziel ist eine Zeitenwende im Genesungsprozess. Carlos González Blum (PT-Schule Emmendingen / Neurorehabilitation Hochschule Furtwangen) sagte, für einen Paradigmenwechsel des Trainings sollen Eigenaktivität gefördert und das volle Potenzial der PatientInnen ausgeschöpft werden. Den Einsatz von Hilfsmitteln wie Sprunggelenksorthesen, C-Brace sowie manuellen und elektrischen Rollstühlen begrüße er. Prof. Dr. Roland Thietje (Chefarzt Querschnittgelähmten-Zentrum BG Klinikum Hamburg) sagte: Durch vielfältigere Erkrankungsmuster und ältere PatientInnen mit diversen Erkrankungsbildern sei der Kontext einer Querschnittlähmung komplexer als etwa in den 60er Jahren. Von zentraler Bedeutung wäre eine interdisziplinäre Therapie für Querschnittgelähmte. Philipp Hoefer, Geschäftsführer Vertrieb & Marketing DACH bei Ottobock: „Ein für die Patienten individuell koordinierter und interprofessioneller Versorgungsansatz ist die Voraussetzung für eine optimale Rehabilitation. Wir als Industrie können dabei gemeinsam mit dem orthopädietechnischen Betrieb oder Sanitätsfachhandel mit Hilfsmitteln unterstützen.“

Zum „Mobil nach Querschnitt“-Ansatz zählen:

1. Vorausschauende Hilfsmittelplanung durch Zusammenarbeit des interprofessionellen Rehabilitationsteams mit PatientInnen

2. Regelmäßiges Stehen und Training – so kann die individuelle Rehabilitation bei inkompletten Querschnitten verbessert werden, was Folgekosten für das Gesundheitssystem senken kann

3. Aufnahme der Kompetenz-Hilfsmittelberatenden in verschiedene Ausbildungszweige

4. Frühzeitige Kostenübernahme für anpassbare Orthesen im frühen Rehabilitationsprozess

Am Ende des Symposiums waren sich alle einig: Es muss auf allen Ebenen Bewegung in die Querschnitttherapie kommen – in der frühzeitigen Hilfsmittelversorgung, in der fachübergreifenden Zusammenarbeit und in der stärkeren Einbeziehung der PatientInnen. Nur so kann das Maximum an Mobilität und Lebensqualität erreicht werden.

Mehr Informationen zum Symposium und den Teilnehmern.

Pressekontakt

Maja Hoock

PR Managerin

+49 30 403 639 446

Maja.Hoock@ottobock.de