Donnerstag, 26. August 2021

USA:Ottobock und Hanger bündeln Ressourcen in der klinischen Forschung

SeniorInnen mit Amputation sollen dank klinischer Studie verbesserten Zugang zu moderner Prothesentechnik erhalten

Hanger, Inc. und Ottobock gaben heute bekannt, dass sie ihre Ressourcen bündeln, um gemeinsam eine wegweisende fünfjährige klinische Studie durchzuführen. In der Studie sollen Daten rund um den potentiellen gesundheitlichen Nutzen von mikroprozessorgesteuerten Kniegelenken (MPK) für Menschen im Alter von 65 Jahren und älter gesammelt werden. Ziel ist, objektive Nachweise als Grundlage für eine Erweiterung und Erneuerung der Kostenübernahme durch Kostenträger zu erbringen, um älteren Menschen mit Oberschenkelamputation einen verbesserten Zugang zu dieser Technologie zu ermöglichen.

Das Hanger Institute for Clinical Research and Education und Ottobock arbeiten in enger Partnerschaft mit OrthopädietechnikerInnen in Hanger-Kliniken in den gesamten USA zusammen, um diese wegweisende vorausschauende, randomisierte Studie durchzuführen. Unter dem Namen ASCENT K2 (ASsessing outComes with microprocEssor kNee uTilization in a K2 population) werden die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Anwendung eines mikroprozessorgesteuerten Kniegelenks bei Menschen mit geringem Mobilitätsgrad, die sich im Außenbereich bewegen, untersucht. Hierbei handelt es sich um Personen, die niedrige Hindernisse wie Stufen und Bordsteinkanten überwinden können. Die spezifischen Datenpunkte, die gemessen werden, umfassen die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die Beteiligung an gesellschaftlichem Leben und Aktivitäten, Sturzraten und die Angst der TeilnehmerInnen vor Stürzen.

Die ersten Probanden wurden im Juli in ASCENT K2 aufgenommen. Der erste Träger eines mikroprozessorgestuerten Kniegelenks wurde noch im selben Monat versorgt. Bis Ende März 2022 werden 100 PatientInnen aus Hanger-Kliniken in die Studie eingeschlossen. Die Hälfte der PatientInnen werden zufällig einer Gruppe zugeordnet, die mit einem mikroprozessorgesteuerten Kniegelenk von Ottobock versorgt wird - einer modernen Prothesentechnologie, die normalerweise nur für Menschen mit einem hohen oder besonders hohen Mobilitätsgrad, die sich im Außenbereich bewegen, von den Kostenträgern übernommen wird. Die andere Hälfte bildet eine Kontrollgruppe, die ein mechanisches, nicht mikroprozessorgesteuertes Knie erhält, was dem aktuellen Standard für Personen mit mittlerem Mobilitätsgrad, die sich im Außenbereich bewegen, entspricht. Die TeilnehmerInnen werden während der ersten zwölf Monate ihrer Studienteilnahme in regelmäßigen Abständen untersucht. Die ersten Analysen werden nach einem Jahr und dann über den Zeitraum von fünf Jahren in jährlichen Abständen veröffentlicht.

„Wir freuen uns, unsere Forschungskapazitäten und unser klinisches Fachwissen gemeinsam auszuschöpfen, um dringend benötigte Daten über die wachsende Population von Senioren mit Amputationen der unteren Extremitäten zu sammeln“, erklärte Dr. James Campbell, Chief Clinical Officer des Hanger Institute for Clinical Research and Education. „Diese wichtige Forschungsarbeit soll dazu beitragen, dass die Kosten für medizinisch notwendige und klinisch passende Technologien für Menschen mit Amputationen übernommen werden, damit sie in größerem Maße am sozialen Leben teilnehmen und von einer verbesserten Lebensqualität profitieren können.“

„Ottobock arbeitet nun schon seit 15 Jahren daran, wissenschaftliche Evidenz für die Vorteile eines Mikroprozessorknies für Außenbereichsgeher mit mittlerem Mobilitätsgrad zu erbringen. Zu diesem Zweck haben wir bereits mehrere klinische Studien an akademischen Forschungszentren durchgeführt, die allerdings nur eingeschränkten Zugang zu dieser Patientengruppe hatten. Wir freuen uns sehr, dass unsere Partnerschaft mit Hanger Clinic unseren beiden Unternehmen nun ermöglicht, die bislang größte interventionelle Studie in der realen Umgebung von prothetischen Versorgungszentren durchzuführen. So sollen Kostenträger schließlich dazu bewegt werden, den Nutzen von MPK für Außenbereichsgeher mit niedrigem Mobilitätsgrad anzuerkennen“, sagte Dr. Andreas Hahn, VP Clinical Research & Services bei der Otto Bock Healthcare Products GmbH, Wien (Österreich).

Merle Florstedt

Unternehmenssprecherin und Head of Corporate Communications Europe

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Merle.Florstedt@ottobock.de