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Dein aktives Leben mit diabetischen Fuß.

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Diabetisches Fußsyndrom: Umgang, Vorsorge, Behandlung

Das diabetische Fußsyndrom gehört zu den Folgekomplikationen eines Diabetes mellitus. Es kann die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen massiv einschränken – und in einigen Fällen sehr gefährlich werden. Aber Sie können aktiv gegensteuern und das Risiko für ein diabetisches Fußsyndrom senken. Dafür ist es entscheidend, frühzeitig und in den richtigen Momenten, einen Arzt aufzusuchen.

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Diabetes mellitus

Wie hängen Zuckerkrankheit und das Diabetische Fußsyndrom zusammen?

Das Diabetische Fußsyndrom wird umgangssprachlich auch als “diabetischer Fuß” bezeichnet und ist eine Folgekomplikation von Diabetes mellitus. In Deutschland leiden zwischen sieben und neun Prozent der Menschen an Diabetes, davon entwickeln etwa 20 bis 30 Prozent ein Diabetisches Fußsyndrom, von Medizinern auch als DFS abgekürzt.

Das Diabetisches Fußsyndrom tritt meist in Verbindung mit einer sensorischen Neuropathie und/oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) auf. Beide Faktoren sind Folge eines unzureichend kontrollierten Diabetes mellitus.

Bei einer diabetischen Neuropathie, also einer Schädigung des peripheren Nervensystems, ist das Empfinden an den Füßen eingeschränkt. Dieser Nervenschaden führt zu einem veränderten Schmerzempfinden in den Füßen, sodass kleine Verletzungen unter Umständen nicht gleich erkannt werden. Verringertes oder verändertes Gefühl in den Füßen kann darüber hinaus Auswirkungen auf die Sicherheit beim Gehen haben und so zusätzlich die Verletzungsgefahr erhöhen.

Bei der periphere arterielle Verschlusskrankheit handelt es sich um eine Durchblutungsstörung. Durch fortschreitenden Verschluss der Beingefäße werden Beine und Füße nur noch unzureichend durchblutet, was sich wiederum durch eine verminderten Wundheilung verletzten Gewebes äußert.

Treten beide Komplikationen zusammen auf, erhöht sich das Risiko, dass sich anfänglich kleine Verletzungen zu offenen Geschwüren entwickeln (Ulkus). Am häufigsten kommt das Diabetische Fußsyndrom bei Patienten mit Typ-2-Diabetes vor. Somit ist es zwar eine häufige Komplikation des Diabetes mellitus, Sie können aber dennoch viel tun, um das Risiko dieser Komplikation zu senken.

Was ist Diabetes mellitus?

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die durch ständig erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Sie wird deshalb auch oft als „Zuckerkrankheit“ bezeichnet.

Für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels spielt das Hormon Insulin eine tragende Rolle. Das Insulin sorgt normalerweise dafür, dass der durch Essen und Trinken im Blut aufgenommene Zucker in die Körperzellen transportiert und dort in Energie umgewandelt wird. Produziert der Körper nicht genügend Insulin oder ist dieses aufgrund einer Resistenz nicht wirksam, kann der Blutzucker nicht abgebaut werden. Durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel kommt es besonders zur Schädigungen der Augen, Nieren – und Nerven, unter anderem in den Füßen. Hauptsächlich wird zwischen zwei Typen unterschieden: Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes.

Komplikationen

Das Diabetische Fußsyndrom

Eine Komplikation des Diabetes mellitus ist das Diabetische Fußsyndrom. Offene Wunden an den Füßen sind charakteristisch für den diabetischen Fuß. Denn wenn es zu einer Verletzung gekommen ist, heilt diese oft schwer. Bei einer zu spät einsetzenden Behandlung oder wenn es zu einer besonders komplizierten Entzündung kommt, können Amputationen manchmal nicht vermieden werden. Das Diabetische Fußsyndrom ist die häufigste Ursache für Amputationen, die nicht durch Verletzungen wie Unfälle verursacht werden. Gefährdete Patienten müssen deshalb frühzeitig identifiziert und medizinisch betreut werden. Gleichzeitig ist es ungemein wichtig, dass Sie als Patient selbst gut auf Ihre Füße und Ihren Lebensstil achten. Dazu ist es zunächst wichtig, das Diabetische Fußsyndrom zu verstehen und frühe Anzeichen zu erkennen.

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Zwei Varianten des diabetischen Fußsyndroms

Man kann zwischen zwei Formen des diabetischen Fußsyndroms unterscheiden. Zum einen gibt es das ischämisch diabetische Fußsyndrom. Hier haben vor allem die Blutgefäße in Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels Schaden genommen. Beim neuropathische diabetischen Fußsyndrom sind hingegen die Nerven besonders beeinträchtigt. In einem Drittel der Fälle kommen beide Faktoren zusammen, das Ulkus-Risiko ist dann besonders hoch.

Ulkusprävention

Das können Sie tun

Risikofaktoren minimieren: So sorgen Sie gut für sich

Auch wenn das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken teilweise erblich bedingt ist, spielen Faktoren wie Ernährung und Bewegung eine wichtige Rolle und können das Diabetes-Risiko erheblich senken. Ist die Erkrankung bereits aufgetreten, bleiben dieselben Faktoren wichtig, um Folgekomplikationen wie das Diabetische Fußsyndrom zu verhindern. Es lohnt sich daher, gut auf sich zu achten und einer weiteren Gefäßschädigung, die Durchblutung und Wundheilung zusätzlich stört, entgegenzuwirken.

Bestimmte Säulen des Alltags sind besonders wichtig:

  • Die richtige Ernährung: Eine vollwertige ausgewogene Mischkost, die an die individuellen Umstände des Patienten angepasst wird. Generell gilt: Es sollten vor allem nährstoff- und ballaststoffreiche Lebensmittel, die wenig verarbeitet wurden, gegessen werden. Mit der richtigen Ernährung lässt sich nicht nur die zugrundeliegende Diabetes-Erkrankung behandeln, auch das Risiko für Folgeerkrankungen lassen sich minimieren. Am besten lassen Sie sich ärztlich beraten, eine professionelle Ernährungsberatung und spezielle Patientenschulungen sind zudem sinnvoll.

  • Viel Bewegung: Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel. Denn durch Bewegung reagieren die Zellen empfindlicher auf Insulin, so kann mehr Zucker aus dem Blut aufgenommen werden.

  • Nicht-Raucher bleiben oder werden: Das Nikotin im Tabak hat negative Auswirkungen auf Blutgefäße, denn es verengt die Gefäße, fördert Durchblutungsstörungen, verlangsamt die Wundheilung und erhöht so das Risiko für einen diabetischen Fuß.

  • Bluthochdruck behandeln: Bei erhöhtem Blutdruck ist es zunächst wichtig, das Körpergewicht zu reduzieren, wenn Übergewicht vorliegt. Dabei helfen Bewegung und eine salzarme Ernährung. Wenn der Blutdruck nicht mit Lebensstilveränderung gesenkt werden kann, muss medikamentös behandelt werden.

  • Ausreichend schlafen: Häufiger Schlafmangel stellt eine dauerhafte Stresssituation für den Körper dar. Damit der Stoffwechsel inklusive Zuckerstoffwechsel zur Ruhe kommen kann, ist ausreichend Schlaf wichtig.

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Engmaschige Fußpflege- und kontrolle

Neben den Lebensstilfaktoren sollten Sie unbedingt Ihre Füße gut im Auge behalten. Eine regelmäßige Kontrolle und die richtige Fußhygiene sind wichtig.

Die richtige Fußuntersuchung

  • Untersuchen sie Ihre Füße jeden Tag auf Veränderungen. Druckstellen und daraus resultierende Wunden treten besonders oft in bestimmten Bereichen der Füße auf (siehe Grafik), hier ist besondere Vorsicht geboten. Auch auf Fußpilz sollte geachtet werden.

  • Ein Handspiegel kann helfen, den gesamten Fuß einschließlich Fußsohle und Zwischenräume an den Zehen zu betrachten

  • Besonderes Augenmerk sollte auf bereits vorhandene Fehlstellungen der Fußknochen gelegt werden: Durch eine stärkere Druckbelastung sind diese

  • Stellen besonders anfällig für Wunden. Bei Fußpflege keine scharfen Werkzeuge verwenden (Nägel nur feilen)

Die richtige Fußpflege

  • Sie sollten außerdem regelmäßig zur Fußpflege (podologische Behandlung) gehen

  • Geeignete Schuhe sind ebenfalls ein wichtiger Aspekt in der Vorsorge: Passende Schuhe und Einlagen helfen Druckstellen und Verletzungen zu vermeiden. Der Orthopädieschuhtechniker hilft Ihnen, das richtige Schuhwerk zu finden.

  • Einmal im Jahr sollten die Füße von einem Arzt gründlich untersucht werden.

Wenn Sie an Diabetes erkrankt sind, achten Sie bitte unbedingt gut auf sich. Untersuchen Sie Ihre Füße täglich und suchen Sie bei Auffälligkeiten medizinischen Rat. Wenn Sie gut für sich sorgen, helfen Sie auch Ihrem professionellen Team bei einer erfolgreichen Behandlung!”

Dr. Stinus
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Dr. Stinus
Diabetisches Fußsyndrom

Was passiert nach der Diagnose?

Sollte der Arzt feststellen, dass bei Ihnen ein diabetisches Fußsyndrom vorliegt, ist die Diagnose sicherlich erst einmal verunsichernd. Aber ein interdisziplinäres Team von Fachkräften, die sich auf die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms spezialisiert haben, wird nun dafür sorgen, dass Ihr Fuß gut versorgt wird. Dazu gehören auf ärztlicher Seite Diabetologen, Radiologen, Internisten, Mikrobiologen, Gefäß- und Fußchirurgen. Ebenso wichtig sind spezialisierte Wundtherapeuten, Podologen (medizinischen Fußpfleger) und Orthopädieschuhtechniker. Die Betreuung durch ein multidisziplinäres Team senkt das Risiko einer Amputation, es ist wichtig, dass Sie sich an erfahrene Fachkräfte wenden.

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Krankheitsverlauf

Die verschiedenen Risiko-Klassen

Welche Behandlung geeignet ist, hängt davon ab, in welcher Phase des diabetischen Fußsyndroms der Patient sich befindet. In jeder Phase ist es wichtig, bestimmte Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und die Füße regelmäßig medizinisch untersuchen zu lassen. Wenn keine Nervenschädigung (Neuropathie) vorliegt, ist gemäß international anerkannten Versorgungsrichtlinien eine jährliche Untersuchung ausreichend. Wenn eine Wunde besteht oder schon einmal aufgetreten ist, sollten die Füße im Abstand von ein bis drei Monaten kontrolliert werden. Bei einer weiter fortgeschrittenen Erkrankung ist es sehr wichtig, Wunden und Geschwüre frühzeitig und regelmäßig zu behandeln, damit weitere Komplikationen vermieden werden können. Jede zweite Amputation, die im Zusammenhang mit dem diabetischen Fußsyndrom durchgeführt wird, könnte vermieden werden. Durch engmaschige medizinische Versorgung, insbesondere durch sorgfältiges Wundmanagement, könnten diese Eingriffe vermieden werden.

Komplexe Komplikationen

Ulzeration: Akutes Geschwür

Wenn es zu offenen Wunden kommt, spricht man von einer Ulzeration. Entscheidend für die Behandlung des Geschwürs ist dann der Grad der vorliegenden Verletzung. Hier greifen Diabetologen mitunter auf die Wagner-Armstrong-Klassifikation zurück – ein System, nachdem die Tiefe der Wunde beurteilt wird, außerdem wird der Grad der Infektion und Durchblutungsstörung betrachtet. So kann die Therapie des Fußes festgelegt werden.

In jedem Fall muss die Wunde behandelt werden. Dabei geht es vor allem um Wundreinigung, sodass die Wunde regelmäßig von abgestorbenem und entzündeten Gewebe befreit wird. Außerdem kommen spezielle Wundauflagen zum Einsatz, die etwa Flüssigkeit aufsaugen und vor Infektionen von außen schützen.

Bei Wundinfektionen muss zusätzlich mit Antibiotika therapiert werden, damit sich die Entzündung nicht ausbreitet, da sie sonst lebensgefährlich werden kann. Entzündete Teile von Knochen oder Gewebe müssen womöglich mit einem chirurgischen Eingriff entfernt werden. Um die Wundheilung zu fördern, kann auch eine Haut- oder Gewebetransplantation sinnvoll sein.

Behandlung:

  • Medizinische Versorgung des Fußes

  • Regelmäßige Wundbehandlung

  • Entlastung des Fußes durch einen Gips, Entlastungsschuh oder orthopädischen Schuh

  • Gegebenenfalls chirurgischer Eingriff bei Entzündung

Der Charcot-Fuß

Der Charcot-Fuß ist eine Komplikation, die im Rahmen des diabetischen Fußsyndroms auftreten kann. In den Füßen der Betroffenen kann es zu Knochenbrüchen kommen, die nicht bemerkt werden, da keine Frakturschmerzen empfunden werden. Der Charcot-Fuß ist auch im Rahmen eines Diabetes mellitus sehr selten, muss aber umgehend behandelt werden. Symptome können in Form von Schwellungen, Rötungen und erhöhter Wärme des Fußes auftreten. Bei entsprechendem Verdacht sollten Sie Anstrengung vermeiden und einen Arzt aufsuchen.

Behandlung:

  • Vollständige Ruhigstellung (zunächst im Rahmen stationärer Behandlung)

  • Anwendung von Gipsverband, Orthese oder starrem Kunststoffverband

  • Tragen eines orthopädischen Schuhs mit steifer Laufsohle

  • Regelmäßiges Röntgen während akuter Entzündungen

  • Unter Umständen kann eine Amputation notwendig sein

Amputation

Wenn Schlimmeres verhindert werden muss

In der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms kommt es auf sorgfältige und rechtzeitige Behandlung an. Werden Patienten durch ein multidisziplinäres Fußbehandlungsteam versorgt und achten zudem selbst gut auf sich und ihre Füße, können Amputation sehr häufig vermieden werden.

Doch manchmal kann eine Amputation trotzdem notwendig werden, um Schlimmeres zu verhindern. Eine Amputation kommt nur dann infrage, wenn keine andere Behandlungsmöglichkeit mehr zur Auswahl steht:

  • Wenn eine Zehe oder der Fuß nicht mehr erhalten werden kann

  • Wenn nur durch die Entfernung kleinerer Teile des Fußes eine Wundheilung möglich ist

  • Wenn sich die Entzündung im Bein ausbreitet, Muskelgewebe im Bein abstirbt oder die Schmerzen sehr stark sind.

Bei einer Amputation wird nur so wenig wie möglich vom Fuß entfernt. Eine Teilamputation, beispielsweise einzelner Zehen, ist oft ausreichend. Nur selten kommt es zu einer Amputation oberhalb des Sprunggelenks. Natürlich ist die Vorstellung einer Amputation für Patienten zunächst erschreckend. In bestimmten Fällen ist der Eingriff aber eine gute Möglichkeit, die Erkrankung in den Griff zu bekommen und wieder mehr Bewegungsfreiheit herzustellen. Auch im Rahmen einer bevorstehenden Amputation kann es sinnvoll sein, eine zweite Meinung einzuholen.

Bei Amputationen unterscheidet man zwischen Minor- und Majoramputationen. Kommt es im Rahmen eines Diabetischen Fußsyndroms zu einer Amputation werden bei einer Minoramputation einzelne Zehen oder Teile des Vorfußes entfernt. Von einer Majoramputation spricht man, wenn der komplette Fuß (manchmal mit einem Teil des Beins) oberhalb des Sprunggelenks amputiert wird.

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Vor der Beinamputation

Informieren Sie sich darüber, was im Vorfeld einer geplanten Amputation geschieht und wie Sie sich vorbereiten können.